Ich beobachte seit Jahren etwas, das mich nachdenklich macht:
Wir leben in einer Welt, in der Kaufen einfacher ist als Denken.
Haben wirkt attraktiver als Aufbauen.
Und kurzfristige Belohnung scheint oft wichtiger als langfristiger Erfolg.
Gerade im Network-Marketing begegne ich immer wieder Menschen, die sagen:
„Ich will mir ein eigenes Network Business aufbauen.“
Wenn ich ihnen zuhöre, höre ich jedoch oft etwas anderes: Wunschdenken. Hoffnung. Aber selten unternehmerisches Denken.
Denn Unternehmertum zeigt sich nicht in Worten.
Es zeigt sich in Entscheidungen.
Geld vs. Prioritäten
Ich habe Menschen erlebt, die behaupteten, sie hätten „kein Geld“ für ein Seminar, für ein Event oder für Coaching.
Die gleichen Menschen buchen Wochen später einen Urlaub, kaufen das neueste Handy oder geben Geld für Dinge aus, die sie keinen Schritt weiterbringen.
Und jedes Mal stelle ich mir dieselbe Frage:
Ist das wirklich ein Geldproblem – oder ein Prioritätenproblem?
Ein Zitat von Jim Rohn begleitet mich seit vielen Jahren:
„Die Reichen investieren ihr Geld und geben den Rest aus. Die Armen geben ihr Geld aus und investieren den Rest.“
Früher dachte ich, das sei hart formuliert.
Heute weiß ich: Es geht nicht um reich oder arm. Es geht oftmals um Entscheidungen.
Lernbereitschaft statt Ego
Ich habe Menschen von 3.000 Euro Monatsumsatz begleitet, die heute sechs- und siebenstellig verdienen.
Weißt du, was sie auszeichnet?
- Nicht Arroganz
- Nicht Ego
- Sondern Lernbereitschaft
Sie waren bereit zu investieren, als es noch weh tat.
Sie waren bereit zu zuhören, als sie noch niemand kannte.
Sie waren bereit, an sich zu arbeiten, als andere lieber diskutierten.
Und ich sehe auch die andere Seite:
Menschen, die nach einem kleinen Erfolg glauben, sie seien angekommen.
Die bei 5.000 oder 10.000 Euro Umsatz denken, sie hätten „es verstanden“.
Die aufhören zu lernen – und sich wundern, warum nichts mehr wächst.
Die ersten Schritte und falsche Erwartungen im Network
Besonders spannend wird es, wenn ich mit Networkern spreche, die gerade erst ihr erstes Team aufgebaut haben. Viele glauben, dass sie nun Profis sind, nur weil sie ein paar Kunden gewonnen oder ein kleines Team geführt haben.
Ich drücke es mal direkt aus:
Solange du keine Millionenumsätze im Jahr machst, bist du noch lange kein Profi.
Und genau hier zeigt sich oft der Unterschied zwischen Konsumenten-Denken und Unternehmer-Mindset.
Schule, Familie und fehlendes Finanzwissen
Ein weiterer Punkt, der mich immer wieder erstaunt:
Die meisten von uns lernen weder in der Schule noch im Elternhaus, wie man mit Geld, Verantwortung, eine Firma aufbauen oder Wachstum umgeht.
In der Schule geht es oft ums Auswendiglernen, nicht ums strategische Denken, zumindest nicht in öffentlichen Schulen.
Zu Hause bekommen viele von uns nur das weiter, was die Eltern selbst beherrschen.
Und das ist manchmal wenig.
Ein Freund, der ein mittelständisches Holzunternehmen leitet, erzählte mir kürzlich, wie enttäuscht er über den Unterrichtsstoff ist, den seine Kinder erhalten.
Er sorgt sich, dass sie kaum Fähigkeiten lernen, die sie später für eigenständiges unternehmerisches Handeln & ein Geschäft führen brauchen.
Und er hat recht: Nur weil du weißt, wie man etwas baut oder verkauft, heißt das nicht, dass du ein Unternehmen führen oder strategisch wachsen kannst.
Verantwortung übernehmen – das unterschätzte Learning
Ob du verwöhnt wurdest, erben tust und vieles leicht bekommen hast, oder ob du wenig hattest und jetzt alles nachholen willst – beides bringt seine Herausforderungen.
Wer hier nicht erkennt, wo er noch wachsen muss, wird seine Ziele schwer erreichen.
Und genau an diesem Punkt erkenne ich oft, wer wirklich unternehmerisch denkt und wer noch zu sehr im Konsumentenmodus verharrt.
Auch ich musste in meinen frühen Zwanzigern lernen, mit Geld umzugehen – und es anders zu betrachten.
Obwohl ich nie dazu tendierte, unnötig Geld auszugeben, musste ich lernen, Kontrolle zu übernehmen.
Nicht als Mittel zum Konsum – sondern als Werkzeug für Wachstum.
Nicht jeder investierte Euro bringt sofort Rendite.
Aber jeder nicht investierte Gedanke kostet Entwicklung.
Was mich immer wieder erstaunt: Diskussionen über Eventpreise.
„Warum kostet das 300 oder 400 Euro?“
Ich höre selten die Frage: „Was könnte es mir bringen?“
Der Konsument sucht den günstigsten Preis.
Der Unternehmer sucht den größten Hebel.
Der Konsument will Sicherheit.
Der Unternehmer will Entwicklung.
Konsument vs. Unternehmer
Der Konsument:
- gibt Geld für kurzfristiges Vergnügen aus
- investiert selten in Weiterbildung
- erwartet, dass Erfolg „passiert“
- reagiert und kritisiert
- sucht Gründe
Der Unternehmer:
- investiert in Wachstum
- denkt langfristig
- übernimmt Verantwortung
- kontrolliert seine Finanzen
- entwickelt sich kontinuierlich weiter
- sucht Lösungen
Natürlich sind wir alle auch Konsumenten – und idealerweise die besten Kunden unserer eigenen Produkte.
Doch hier geht es um Haltung.
Um tägliche Entscheidungen.
Um die Frage: Denke ich wie jemand, der konsumiert – oder wie jemand, der aufbaut?
Vielleicht beginnt Unternehmertum nicht mit einer Gewerbeanmeldung.
Sondern mit der Entscheidung, Verantwortung für das eigene Wachstum zu übernehmen.
Vielleicht ist die wichtigste Investition deines Lebens nicht die in ein Geschäft.
Sondern die in die Person, die dieses Geschäft führen soll.
Bis zum nächsten Mal,
Daniela C. Szasz
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